Mittwoch, 11. November 2015

Tee, Tee und nochmals Tee



Da ja der chinesische Tee einer der berühmtesten überhaupt ist, habe ich als Gerne-Teetrinkerin die Chance genutzt und voller Erwartung eine Teeverkostung + Teemarktführung mitgemacht. Für schlappe 300 RMB (rund 40 Euro) – man gönnt sich ja sonst nix - gibt’s vom „The Hutong“ (da wo man auch die tollen Kochkurse buchen kann) eine Teemarktführung in der riesigen und weitläufigen „Mailandao Tee Street“ und einen Einblick in die chinesische Kunst des Teeaufbrühens samt kleinen Überblick über die vielen verschiedenen Sorten.


Ich will Euch mein neues Wissen natürlich nicht vorenthalten, also hier erst mal was Interessantes über Tee – was sonst: Tee wird in sechs Hauptsorten eingeteilt: grüner, weißer, gelber, oolong, schwarzer und Pu-Er Tee. Wobei alle der gleichen Pflanze abstammen (camellia sinensis) und nur die Art der Ernte und der Grad der Fermentierung/Oxidation den Unterschied der Teesorten ausmacht.


Grüner Tee z.B. ist mit die ursprünglichste Form des Tees, da er nicht fermentiert ist, sondern nur getrocknet und leicht geröstet wird.
Oolong Tee heißt z.B. „schwarzer Drache“, ist halb fermentiert und ist daher etwas dunkler.

Uns als schwarzer Tee bekannt, nennt sich hier roter Tee, da der Aufguss eher rot als schwarz ist und Pu-er Tee ist ein voll fermentierter schwarzer Tee mit einem ziemlich erdigen Geschmack. Er ist übrigens der einzige Tee der besser bzw. teurer wird, je länger er gelagert wird.


Puhh, das reicht glaub ich erst mal.... Um alles auch zu probieren, mussten wir drei verschiedene Teeläden besuchen, da jeder Händler sich auf einzelne Sorten spezialisiert und es nicht bei jedem alle Arten von Tee gibt.


Also jedes Mal „Nihao“, alle rein in die gute Stube, setzen, zuschauen und testen. So wurde überall extra für uns gebrüht, geschwenkt und alle möglichen Aufgüsse in unsere kleinen Teeschalen verteilt.


Wir wurden angehalten zu schlürfen und zu gurgeln, wie es sich hier gehört. Kaum war das Schälchen ausgetrunken, wurde wieder nachgeschenkt. Nach gefühlten 50 Schälchen Tee, machte sich nicht nur bei mir eine leichte Übelkeit samt Schwindelgefühl breit – wird wohl der Teerausch gewesen sein, den soll es ja wirklich geben. Und wo ist hier eigentlich die nächste Toilette?


Tee werden ja die tollsten Sachen nachgesagt, er soll den Cholesterin Spiegel senken, vor Krebs, Alzheimer und Parkinson schützen, das Risiko für Herzerkrankungen senken und beim Abnehmen helfen. Das Problem ist leider nur, das in der heutigen Zeit und gerade bei Teeplantagen in China, massenweise Pestizide eingesetzt werden, die genau diese Krankheiten wieder fördern (Pestizide zerstören alle möglichen Arten von Körperzellen durch Eiweißablagerungen). Da in der Provinz Yunnan, auf der größten Teeplantage der Welt, jährlich 12.000 Tonnen Tee geerntet werden, kann ich persönlich mir leider nicht vorstellen, dass das alles ganz ohne Pestizide möglich ist. Darüber haben wir aber nicht gesprochen... interessant war es aber allemal und Tee trinken werde ich trotzdem noch.


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